Überall in Hünstetten treten unabhängige Bürgerlisten zur Ortsbeiratswahl an. Doch in einem der zehn Hünstetter Ortsteile ticken die Uhren noch anders. „Während es in neun von zehn Ortsteilen jeweils nur einen parteiunabhängigen Wahlvorschlag gibt, treten in Wallrabenstein gleich drei politische Gruppierungen zur Wahl an,“ so Frank Weber (Bündnis 90/Die Grünen). Weber war von 2001 bis 2018 Mitglied im Ortsbeirat Wallrabenstein. Er wurde jeweils zweimal über Wahlvorschläge der CDU und der Bürgerliste Bürger für Wallrabenstein (BFW) in das Gremium gewählt. Neben CDU und BFW tritt auch die SPD mit einem Wahlvorschlag zur Ortsbeiratswahl an.
„Scheinbar hat sich die Wallrabensteiner Politik auch dieses Mal gegenüber eines parteiübergreifenden Wahlvorschlags unbeugsam gezeigt“, so Weber weiter. Aus seiner Sicht sei die BFW oftmals eher als Ortsverband der Hünstetter Liste unterwegs und der eine oder andere politische Streit der Gemeindeebene hätte sich auf Ortsebene manifestiert. „Trotz mancher hitziger Diskussion, haben aber am Ende immer alle gemeinsam zum Wohle des Ortsteils entschieden“, so Weber versöhnlich.
Bündnis 90/Die Grünen hätten gerne eine Empfehlung für die Ortsbeiratswahl in Wallrabenstein abgegeben, doch das gestaltet sich schwierig. „Letztlich hat Parteipolitik im Ortsbeirats nicht verloren, so dass wir empfehlen hier kein Listenkreuz zu machen, sondern gezielt die KandidatInnen zu wählen, die man kennt, denen man vertraut und die sich zusätzlich für den Klima- und Tierschutz einsetzen“, so die Grünen, die selbst vor Ort nicht antreten.
„Super wäre es, wenn es erstmals eine Ortsbeiratsvorsitzende in Wallrabenstein gäben würde und wichtig wäre es, dass nicht die gleiche Gruppierung wieder Vorsitz und gleichzeitig Stellvertretung im Ortsbeirat stellt“, so Weber. Aus Sicht der Grünen sei Vielfalt wichtig für die Problemlösung und es wäre nicht immer konstruktiv, wenn alle Ämter von einer einzigen politischen Kraft gelenkt und kontrolliert werden.