Überblick
Die Gemeinde Hünstetten steht vor einer großen Herausforderung: Durch Trockenheit und Borkenkäferbefall wurden große Teile des Fichtenbestands zerstört. Die Wiederaufforstung ist ein zentrales Zukunftsprojekt – doch bislang fehlt der Gemeindevertretung ein umfassendes Gesamtkonzept mit klaren Informationen zu Flächen, Baumarten, Zeitplänen und Kosten.
Auf unseren Antrag hin hat die Gemeindevertretung einstimmig mit 23 Ja-Stimmen beschlossen, dass der Revierförster dem Ausschuss für Bauen, Agrar und Umwelt künftig quartalsweise über den Zustand des Waldes, laufende und geplante Wiederaufforstungs- und Pflegemaßnahmen sowie Einschlag und Holzvermarktung berichtet. So wird eine transparente und regelmäßige Informationsgrundlage geschaffen, damit die Gemeindevertretung ihrer steuernden Rolle bei der Bewirtschaftung des Kommunalwaldes gerecht werden kann.
Antragstext
Beschlussvorschlag:
Der Gemeindevorstand wird gebeten, zu veranlassen, dass im Ausschuss für Bauen, Agrar und Umwelt eine regelmäßige Berichterstattung zum Zustand des Waldes und den Sachstand bei eingeleiteten bzw. geplanten Wiederaufforstungs- und Pflegemaßnahmen einerseits sowie Einschlag und Holzvermarktung andererseits erfolgt (durch den Revierförster, Quartals-weise).
Begründung:
Die Gemeinde Hünstetten ist eine waldreiche Gemeinde. Nachdem zunächst die Holzvermarktung im Rahmen eines gemeinsamen Holzkontors in kommunale Hand genommen wurde, wird auch die Beförsterung seit 2021 wieder selbst durchgeführt, statt wie vorher durch Hessen Forst.
Gleichzeitig wurde durch die Trockenheit der letzten Jahre im Zusammenwirken mit dem dadurch beförderten Borkenkäfer-Befall ein Großteil des Waldbestands speziell im Bereich der Fichten extrem geschädigt.
Mittlerweile wurde der beschädigte Fichtenbestand zu großen Teilen gefällt / entfernt.
Die Wiederaufforstung ist für die Gemeinde Hünstetten ein zentrales Projekt der nächsten Jahrzehnte. Bis jetzt wurden nur auf einem kleinen Teil der Fläche neue Bäume angepflanzt.
Aus der Presse ist bekannt, dass 20.000 Eichen aus Gemeinde eigenem Saatgut gezogen und angepflanzt werden sollen. Dies deckt jedoch nur einen kleinen Teil der abgeholzten Fläche ab.
Eine umfassende Information über ein Gesamtkonzept zur Wiederaufforstung liegt der Gemeindevertretung derzeit nicht vor. Unklar ist beispielsweise welche Flächen mit welchen Baumarten wann wie wieder bepflanzt werden sollen? Welche Flächen sollen bewusst nicht wieder bepflanzt werden? Sollen Flächen
dauerhaft aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden? Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Welche Erträge können zukünftig aus der Bewirtschaftung noch erwartet werden?
Um der Gemeindevertretung eine übergeordnete, steuernde Funktion der Bewirtschaftung des Kommunalwalds zu ermöglichen, ist ein entsprechender Informationsfluss erforderlich. Es muss eine regelmäßige umfassende Berichterstattung über die Aktivitäten im Bereich der Wiederaufforstungsmaßnahmen erfolgen. Die bisherige 1-mal jährliche Information im Vorfeld der Haushaltsplanung reicht hier nicht aus.
Hierzu bietet sich der Ausschuss für Bauen, Agrar und Umwelt als zuständiges Gremium an. Als Frequenz der Berichterstattung erscheint ein quartalsweiser Sachstandsbericht aufgrund der Bedeutung der Thematik angemessen.