Übersicht
Chronik der Ereignisse
| Zeitraum | Was geschah |
|---|---|
| Frühjahr 2021 | Beginn der Erdablagerungen auf dem Gemeindegrundstück neben dem neuen Sportplatz – zunächst komplett ohne Genehmigung. Baufirmen liefern Erdaushub gegen Gebühr an. |
| Sommer 2021 | Ein Bauamtsmitarbeiter erteilt nachträglich eine formlose Genehmigung – wozu er nicht befugt war. Eigentlich hätten Gemeindevorstand, Naturschutzbehörde und Kreisbauamt einbezogen werden müssen. |
| Ende 2021 | Erste Abrechnung wird vorgelegt. Teile des Vereinsvorstands bezweifeln die Vollständigkeit der dokumentierten Mengen und Einnahmen. |
| Sommer 2022 | Der Konflikt im Vereinsvorstand eskaliert. Der Bürgermeister wird eingeschaltet und zieht den Gemeindevorstand hinzu. |
| Herbst 2022 | Jahreshauptversammlung der SG Hünstetten mit heftigen Debatten über die Erdablagerungen. Vorstandswechsel. |
| Januar 2023 | Die Affäre wird durch Berichterstattung des Wiesbadener Kurier öffentlich. Mehrere Fraktionen fordern Aufklärung. |
| Anfang 2023 | Der HFA beschließt, die Ablagerung nachträglich per Bauantrag beim Kreis zu legalisieren. Dafür ist ein Bodengutachten über die Qualität des Erdreichs Pflicht. Eine nachträgliche Mengenberechnung deutet darauf hin, dass deutlich mehr Erdreich angeliefert wurde, als die dokumentierten Einnahmen des Vereins vermuten lassen. Die genauen Zahlen sind bis heute umstritten. |
| Juli 2023 | Eine Strafanzeige wird gegen den Bürgermeister wegen der illegalen Ablagerungen seitens seines Amtsvorgängers gestellt (Ermittlungsverfahren wird 2024 eingestellt) |
| Herbst 2023 | Das erforderliche Bodengutachten kann nicht einfach beauftragt werden: Wegen der zu erwartenden Kosten muss es über die zentrale Vergabestelle des Kreises öffentlich ausgeschrieben werden. Zusätzlich treten am 1. August 2023 neue, strengere Vorschriften für Bodenproben in Kraft – das macht die Untersuchung aufwendiger und teurer als ursprünglich gedacht. |
| 2024 | Das Gutachten zieht sich: Erste Proben müssen ausgewertet, weitere Proben entnommen werden. Ein zweiter Nachtrag wird beauftragt. Ermittlungsverfahren gegen den Bürgermeister wird eingestellt. |
| November 2024 | HFA-Sitzung: Grünen-Antrag auf Bereitstellung des Gutachtens – Bürgermeister sagt Präsentation durch den Gutachter zu. SPD-Antrag auf detaillierte Kostenaufstellung des gesamten Sportplatzprojekts inkl. Deponie wird mit 4:3 abgelehnt. Laut Protokollnotiz sichert der Bürgermeister jedoch zu, die Kostenaufstellung nach Abrechnung aller offenen Posten im Bauausschuss und bei Bedarf auch im HFA vorzulegen. Ein konkreter Termin dafür steht bisher aus. |
| März 2025 | Bodengutachten endlich abgeschlossen: Teilweise Verunreinigung mit Teer aus Asphaltrückständen. Erde darf aber unter Auflagen bleiben (Einbau eines Vlieses zur Kennzeichnung). Bisherige Gutachterkosten: über 47.000 €. |
| Juli 2025 | Neues Problem: Der beim Sportplatzbau zwischengelagerte Mutterboden (ca. 3.000 m³) muss nach den neuen Vorschriften ebenfalls erneut untersucht werden. Bisherige Gesamtkosten der Affäre für die Gemeinde: rund 60.000 €. |
| Februar 2026 | Auch ein zweite Ermittlungsverfahren wird eingestellt. Die Affäre ist weiterhin nicht vollständig aufgeklärt – insbesondere die Diskrepanz zwischen angelieferten Mengen und dokumentierten Einnahmen wirft noch Fragen auf. Laut Bericht des Wiesbadener Kurier beträgt der Fehlbetrag ca. 188.000 Euro. |
Diese tabellarische Darstellung stellt einen Versuch der Grünen Faktion dar, die Thematik strukturiert zu ordnen. Wir können leider keine Garantie für die Vollständigkeit übernehmen, haben aber nach besten Wissen und Gewissen – auf Basis der Berichterstattung des Wiesbadener Kuriers, den öffentlich zugänglichen Ausschussprotokollen und unserer Arbeit zu öffentlichen Sitzungen – versucht die Informationen zusammenzufassen (Stand: Februar 2026).
Für den Blick der lokalen Presse auf diese Affäre verweisen wir auf die Berichterstattung des Wiesbadener Kuriers und deren lokalen Redaktion.
Pressestatement zum Bericht im Wiesbadener Kuriers vom 17. Februar 2026
Seit Jahren beschäftigt das Thema der Erdablagerungen neben dem neuen Sportpark in Görsroth schon unsere Gemeinde. Gerade erst wieder den Wiesbadener Kurier (Ausgabe vom 17. Februar 2026 unter der Überschrift „Erdhügelaffäre Görsroth: Weiteres Strafverfahren eingestellt“). Umso wichtiger ist es jetzt, die offenen Sachfragen endlich zu klären und das Kapitel gemeinsam abzuschließen, so die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Hünstetten.
Kurz zur Einordnung: Ab 2021 wurde im Zuge des Sportplatzneubaus an der B417 fremdes Erdreich auf dem gemeindeeigenen Nachbargrundstück (direkt neben der Sportanlage) eingebaut, um es für eine künftige öffentliche Sportfläche aufzufüllen.
Was als pragmatische Lösung gedacht war, entwickelte sich zu einer langwierigen Angelegenheit – vor allem, weil Genehmigungen fehlten und die Erdmengen Fragen aufwarfen.
Mittlerweile steht fest: „Das Bodengutachten ist abgeschlossen, die Erde darf unter Auflagen an Ort und Stelle bleiben, und die Gemeinde muss sie nicht teuer entsorgen. Das ist eine gute Nachricht“, so Frank Weber für die Grünen Fraktion.
Was jetzt noch fehlt, ist eine vollständige und transparente Aufstellung aller Zahlen. Gerade da es noch Fragen zu den dokumentierten Einnahmen und den errechneten Erdmengen gibt, so die Grünen. Ebenso sollte eine Gesamtkostenübersicht des Sportplatzprojekts einschließlich der durch die Erdablagerungen entstandenen Kosten vorgelegt werden, damit alle Beteiligten – Gemeindevertreter und Bürger:innen – endlich ein klares Bild haben.
Das hatte bereits die SPD Ende 2024 beantragt, fand dafür aber leider keine Mehrheit. Doch der Bürgermeister sagte damals zu, „dass die Kostenaufstellung des Projektes im B.A.U.-Ausschuss und nach Bedarf auch im HFA nach Abrechnung aller offenen Posten vorgelegt wird.“ (Protokollnotiz des HFA vom 18.11.2024 – Zitat aus der öffentlichen Niederschrift der Ausschusssitzung). Es bleibt zu hoffen, dass dies möglichst bald passiert. „Wir hatten erst in der letzten Sitzung des B.A.U.-Ausschuss (04. Februar 2026) zum aktuellen Stand zur Erdablagerung nachgefragt“, so Weber weiter, „aber laut Auskunft der Verwaltung laufe aktuell noch die Prüfung durch die Kreisbehörden und es sei noch keine Baugenehmigung erteilt“.
Der neue Sportpark ist dank des enormen ehrenamtlichen Engagements vieler Hünstetter ein echtes Vorzeigeprojekt für unsere Gemeinde geworden. Umso schöner wäre es, wenn jetzt auch die Fläche nebenan endlich genehmigt und gestaltet werden könnte – ob als Bolzplatz, Spielplatz und/oder in Form einer Bike-Strecke für Jugendliche. Potenzial hat das Gelände, auf dem aktuell noch Erde liegt, auf jeden Fall, so die Grünen.
„Transparenz bei den Zahlen und eine saubere Abrechnung würden dafür sorgen, dass das Thema endlich abgehakt werden kann – und das dann am Ende nur noch das zählt, was sportlich auf dem Platz passiert!“, so Weber abschließend.